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Full text of "Neue freie Dekorationsmotive entwickelt aus dem Tier- und Pflanzenreich : Eine Auswahl von Entwurfen in modernen Stil, mit Rucksicht auf die praktische Verwendung im Kunstgewerbe / von Arnold Lyongrun"

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NEUE FREIE 


DEKORATIONSMOTIVE 

ENTWICKELT AUS DEM 

TIER- UND PFLANZENREICH 


EINE AUSWAHL 

VON 

ENTWÜRFEN IM MODERNEN STIL 

MIT RÜCKSICHT AUF DIE 


PRAKTISCHE VERWENDUNG IM KUNSTGEWERBE 


ARNOLD LYONGRÜN 

AKADEMISCHER MALER. 


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VERLAG VON BERNH. FRIEDR. VOIGT 





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NEUK FREIE 

DEKORATIONSMOTIVE 

ENTWICKELT AUS DEM 

TIER- UND PFLANZENREICH 


EINE AUSWAHL 

VON 

ENTWÜRFEN IM MODERNEN STIL 

MIT RÜCKSICHT AUF DIE 

PRAKTISCHE \'ER\VENDUNG IM KUNSTGEW'ERBE 

VON 

ARNOLD LYONGRÜN 

AKADEMISCHER MALER. 


XX BLATT IN FARBENDRUCK 



LEIPZIG 

VERLAG \ ON RERNH. ERIEDR. \ OIGT 
» 1899. 








Alle Rechte Vorbehalten. 









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EINFÜHRUNG. 


as lebhafte Interesse, welches der „Moderne Stil“, dessen Inhalt vornehmlich das Planzenornament 
umfasst, in den Kreisen der Fachmänner und Kunstfreunde gefunden, hat jetzt das vorliegende 
Werk, die „Neuen freien Dekorationsmotive“, entstehen lassen. Regen doch die treibenden und 
belebenden Kräfte, den immer weiter und kräftiger sich gestaltenden Baum des deutschen 
Kunstgewerbes, zu neuem stetigen Schaffen an. 

Längst ist den Errungenschaften der modernen Wissenschaft die rege Phantasie des Künstlers 
aufmerksam und nachschaffend gefolgt; je tiefer die Wissenschaft in die Kenntnis des Universums ein¬ 
gedrungen ist, um so mehr hat sich das Gebiet der Kunst und des Kunstgewerbes bereichert. Heute ist 
uns die Erkenntnis zur vollen Überzeugung geworden, dass das eigentliche Fundament kunsthandwerklichen 
Schaffens, das Ornament, sich nicht bloss zusammensetzt aus Stäben, Bändern, Spiralen und Kreisen — 
sondern dass auch auf diesem Felde dem Schaffenden das ganze Universum als Vorbild dienen kann. 
Die ganze reiche Mannigfaltigkeit der Vegetation und Lebewesen, Alles von Gott Erschaffene, steht dem 
Künstler auch hier als nachzubildender Stoff gegenüber. Alles regt ihn dazu an, in der Wahrheit die 
Schönheit zu suchen. 

Überall von der Natur umgeben, suchen wir ihre Gesetze zu ergründen, dieselben aufzunehmen 
und zu Regeln zu gestalten, aus denen dann die Kunstformen hervorspriessen. So sucht der erfinderische 
Menschengeist immer Neues zu entdecken und schafft sich mit Hilfe der Phantasie aus den von der 
Natur erschaffenen Gebilden eine eigene Welt, die er mit dem holden Schein der Schönheit umkleidet, 
um so aus der realen eine ideale Welt zu schaffen. Denn in dem Wesen jedes echten Kunstwerkes liegt 
es begründet ideal zu sein, mag der Stoff auch der gemeinen Wirklichkeit angehören; deshalb* ist auch 
nicht der Stoff, sondern die Auffassung und Darstellungsweise des Künstlers ma.ssgebend für den Wert 
und die Bedeutung des Kunstwerkes, also die Stärke des individuellen Denkens und Empfindens dafür 
ausschlaggebend. Niemals wird daher die tote Form an sich, sondern das Leben in seiner Gesetzmässigkeit, 
welches die Formen schuf, dieser lebenspendende Geist, befruchtend und kräftigend wirken. 

Bei dem Bestreben, neue Kunstformen zum Ausdruck zu bringen, giebt es viele festeingewurzelte 
Vorurteile auszurotten, viele falsche Anschauungen müssen verdrängt, das neu Hervorspriessende gesichtet 
werden, um der wahren Schönheit und geläuterten Kunstform zu ihrem Rechte zu \-erhelfen. Vor allem 
kommt es darauf an, sowohl die Handwerker wie das Publikum zu der Erkenntnis zu bringen, dass die 
Schönheit im Handwerk nicht etwas Äusserliches und Zufälliges sei, vielmehr aus Art und Wesen des 




















































































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Gegenstandes mit Notwendigkeit sich ergebe, mithin die Zweckform über sich hinaus zu einer höheren, 
mehr als blosse Zweckmtissigkeit tragende, zugleich das Schönheitsgefühl befriedigende Kunstform sich 
gestalte. Zu dieser Erkenntnis sind wir neuerdings wieder, einesteils durch liebevolles Studium der 
handwerklichen Arbeiten der \’ergangenheit gebracht, anderereeits haben wir sie erlangt durch die erneute 
Rückkehr an den ewig quellenden Born der Natur. Obwohl wir wissen, dass auch in der Formenwelt 
sich alles auf Gesetzmitssigkeit aufbaut, so ist damit doch keineswegs gesagt, dass unsere Kunstregeln 
nun in Sj’mmetrie erstarren müssen. Sowie die Natur in ihrem mannigfaltigen Trieb der Kräfte, Abweichungen 
und Ausnahmen zu Wege bringt, so darf die Freiheit dem Künstler nicht verkümmert werden, und er 
auch seiner Laune und seinen augenblicklichen Einfällen ungehindert Raum geben und einen täuschenden 
Schein der Willkür über die zu Grunde liegende Gesetzmässigkeit breiten. 

Den vorstehend au.sgeführten Anschauungen Rechnung tragend, sind die beiliegenden Blätter 
entstanden, suchen sie den modernen Anschauungen künstlerischer Gestaltung Ausdruck zu verleihen. Der 
denkbar weiteste Spielraum ist hier der Phantasie eingeräumt worden, indem alle auf unserm Erdball 
herrschenden Elemente, das Wasser und Feuer, die Erde und Luft, dazu dienen mussten Motive für unsere 
Formengebung darzubieten. Da ziehen Fische behend durch Korallenriffe, Seevögcl suchen die aus den 
Meereswellen her\-ortauchenden Fische eilenden Flugs zu erhaschen, zwischen den zu schwungvollen 
Linien gestalteten Algen erscheint das schwerfällige Schalentier, der Krebs. Ein anderes Blatt zeigt 
uns auf leichtbewegter Wasserfläche dahinziehende Schwäne zwischen den Schilfblättcrn, wozu die abend¬ 
lichen Gebilde horizontaler Wolkenschichten die korrespondierenden Linien abgeben — aufgescheuchte 
Wildenten durch schwung\-oll geformte Wasserlilien flattern, oder der Krebs mit seiner als Waffe dienenden 
Scheere einen Fisch festzuhalten strebt. Die Bewohner des Waldes, unsere Haustiere, die Insektenwelt, 
kurz alles Getier, bildet im Verein mit den entsprechenden Planzengebilden die Motive für die mannig¬ 
fachsten ornamentalen Gestaltungen. 

Bei der Wahl der Farben ist ebenso wie in der Formengebung der Charakter grösstmöglichster 
Einfachheit angestrebt, stets war es das Bemühen des schaffenden Künstlers, seinen Ideen und Darstellungen 
den denkbar wirksamsten Ausdruck zu verleihen, also mit wenig Mitteln möglichst viel zu erreichen. 
Selten sind daher mehr als vier Farbentöne verwendet, um die beabsichtigte malerisch-dekorative Wirkung 
zu erreichen. Überall wird sich daneben auch das Bestreben geltend machen, im engsten Anschluss an 
die Natur die ihren Formen charakteristische Gestaltung und Schönheit der Linienführung abzulauschen. 

So mögen denn auch die vorliegenden, dem Ziele eines neuen Kunststils zustrebenden, dem 
modernen Geistesleben Rechnung tragenden Blätter, hinauswandern, um in die Hände Derer zu gelangen, 
die die Begeisterung für die jetzt sich Bahn machenden Kunstbestrebungen im Herzen tragen. Mögen 
sie allen denen sie zu Gesicht kommen, neue Anregung und Förderung für ein rüstiges Vorwärtsstreben 
auf dem Gebiete des Kunstgewerbes, neue Freude am künstlerischen Schaffen gewähren. 



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Verlag Ton BciultFricdr.VoisJt in Leipzig. 





































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